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Eine Grundlage zur Berechnung des Bolus: Der aktuelle gemessene Blutzuckerwert

Bolus, Basalrate und Insulinpumpentherapie – immer die richtige Insulinmenge

Bei der Insulinpumpentherapie (CSII) wird grundsätzlich zwischen Bolus- und Basalinsulin unterschieden. Was genau bedeutet das – und was ist der Unterschied?

Die Basalrate – der konstante Grundbedarf

Die Basalrate deckt den individuellen Grundbedarf an Insulin. Das bei einer Insulinpumpentherapie abgegebene Basalinsulin ist kurzwirksam – deshalb wird es kontinuierlich abgegeben. Dieser Grundbedarf ist unabhängig von den Mahlzeiten und unterliegt Schwankungen im Tagesverlauf. Krankheit, Menstruation oder körperliche Aktivitäten wie z.B. Sport können sich zudem auf den Insulinbedarf auswirken. Grundsätzlich ist der Grundbedarf und damit die Basalrate nachts und bei körperlicher Aktivität am niedrigsten. Etwa die Hälfte des täglichen Insulinbedarfs entfällt in der Regel auf die Basalrate. Mit der anderen Hälfte wird die ernährungsabhängige Insulinversorgung (Bolus) abgedeckt.

Zu Beginn der Insulinpumpentherapie wird mit dem behandelnden Arzt ein Basalratenprofil ermittelt und in die Insulinpumpe einprogrammiert. Die Pumpe folgt den Vorgaben des Profils 24 Stunden am Tag und stellt so die Grundversorgung kontinuierlich sicher.

Mit einem sogenannten Basalratentest können zusätzlich eventuelle Blutzuckerschwankungen erklärt werden, die sich nicht durch andere Faktoren erklären lassen. Dabei wird gefastet – hier bedeutet das, dass nur Wasser zu sich genommen werden darf – während die Basalrate weiter abgegeben wird. Das Fasten wird dabei heute allerdings auf mehrere, mehrstündige Intervalle an verschiedenen Tagen aufgeteilt. Anhand der gemessenen Werte kann anschließend die Basalrate angepasst werden. Wenn sich die eigene Lebenssituation ändert, ist es eventuell ebenfalls sinnvoll, die aktuellen Basalrate zu überprüfen. Das kann z.B. bei einer Schwangerschaft der Fall sein oder wenn sich Ihre Arbeitszeiten ändern.

Der Bolus - schnell wirkendes Insulin für zwischendurch

Eine der wichtigsten Grundlagen für jeden Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes ist die Berechnung von Brot- bzw. Kohlenhydrateinheiten (BE/KE) in Lebensmitteln und Mahlzeiten. Grund: Anhand der BE/KE einer Mahlzeit lässt sich die dafür benötigte, individuelle Menge an Bolusinsulin errechnen. Dazu wird vor der Mahlzeit die Menge an enthaltenen Kohlenhydraten abgeschätzt, der Blutzucker gemessen und, auf Grundlage dieser beiden Faktoren die notwendige Menge zu verabreichenden Bolusinsulins berechnet.

Bei einem zu hohen Blutzuckerspiegel kann zudem die Abgabe eines zusätzlichen Bolus zur Korrektur notwendig sein. Die nötigen Insulineinheiten orientieren sich dabei an der Menge Blutzucker, die korrigiert werden soll. Hierfür wird, gemeinsam mit Ihrem Diabetologen, ein sog. Korrekturfaktor festgelegt. Dieser beschreibt, abhängig von der Tageszeit und Ihrer persönlichen Insulinempfindlichkeit, wie stark eine Insulineinheit den Blutzuckerspiegel sinken lässt.

In Diabetesschulungen wird das Grundlagenwissen zum Berechnen der KE vermittelt und regelmäßig aufgefrischt. Dieses Basiswissen ist essentiell für eine erfolgreiche Diabetestherapie und sogar Voraussetzung für die Eignung zur Insulinpumpentherapie.

Hilfestellung für die Berechnung des Bolus geben Lebensmitteltabellen, Ernährungsrechner und nicht zuletzt die Erfahrung, die der Alltag mit sich bringt. Mittlerweile kommen vielfach auch Apps mit Bolusrechnern zum Einsatz – z.B. die mySugr App. Die Pro-Version unterstützt zusätzlich mit Mahlzeiten-Fotos.

Bolusgabe mit Accu-Chek Insulinpumpen

Accu-Chek Insulinpumpen können bei der Bolusgabe die Zusammensetzung einer Mahlzeit mitberücksichtigen. Ein Beispiel ist der verzögerte Bolus: Er bietet sich bei sehr fetten Mahlzeiten und der damit verbundenen verzögerten Kohlenhydratfreisetzung oder bei Magenentleerungsstörungen an. Der errechnete Bolus wird über einen Zeitraum von ca. einer halben bis acht Stunden von der Insulinpumpe abgegeben, um den langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels aufzufangen. Diesen Bolus nennt man in der Umgangssprache auch "Pizzabolus".

Im Unterschied zur Intensivierten Insulintherapie (ICT) wird der Bolus bei der Insulinpumpentherapie nicht mit dem Pen oder der Spritze gegeben, sondern diskret, per Knopfdruck, über die Insulinpumpe. So macht Ihnen die Insulinpumpe als unsichtbarer Begleiter mit einfach zu steuernden Insulinabgaben den Alltag leichter. Für noch mehr Sicherheit sorgt eine Begrenzung der Bolus-Höchstmenge und eine Tastensperre verhindert die unabsichtliche Auslösung der Insulinpumpe. Beim Accu-Chek Insight Insulinpumpensystem lassen sich grundsätzlich alle wichtigen Funktionen sowohl direkt am an der Insulinpumpe als auch am dazugehörigen Diabetes Manager einstellen.

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