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Von Typ-2-Diabetes sind oft ältere Menschen ab dem 50. Lebensjahr betroffen.

Typ-2-Diabetes: Symptome, Ursachen und Therapie

Typ-2-Diabetes ist mit Abstand die häufigste Diabetesform: Über 90 Prozent aller Menschen mit Diabetes sind mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden. In Deutschland leben schätzungsweise mehr als sechs Millionen Menschen mit diesem Diabetes-Typ.

Der Typ-2-Diabetes tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf, allerdings auch immer häufiger bei jüngeren Menschen. Was sind die Ursachen und Symptome? Wie wirkt sich der Typ-2-Diabetes auf den Stoffwechsel aus und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gene und Lebensgewohnheiten geben den Ausschlag

Ob sich ein Typ-2-Diabetes entwickelt, bestimmt unter anderem ein Zusammenspiel von Vererbung und Lebensweise. Die genetische Veranlagung spielt zwar eine wesentliche Rolle in Bezug auf das Diabetesrisiko, eine entsprechende erbliche Belastung bedeutet aber nicht automatisch, dass sich tatsächlich auch ein Typ-2-Diabetes entwickeln wird.

Der entscheidende Faktor ist die eigene Lebensweise: Eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung führen häufig zu Übergewicht. Mit zunehmendem Körperfett wächst auch das Risiko für Typ-2-Diabetes. Insbesondere innerliches Bauchfett ist problematisch, da es die Produktion von Hormonen anregt, die die Wirkung des Insulins beeinträchtigen.

Dreh- und Angelpunkt Insulinresistenz

Ein Typ-2-Diabetes entsteht, wenn die Rezeptoren an den Körperzellen zunehmend unempfindlich gegenüber dem Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin werden. Anders als beim Typ-1-Diabetes ist Insulin anfangs zwar meist noch vorhanden, doch es kann nur noch eingeschränkt wirken.

Der Blutzucker wird so nicht mehr auf natürliche Weise reguliert: Der Zucker verbleibt im Blut und kann auf Dauer Folgeschäden verursachen, während die Zellen immer weniger Zucker aufnehmen. Es liegt eine sogenannte Insulinresistenz der Körperzellen vor. Diese Unempfindlichkeit oder Resistenz stellt die Hauptursache für den Typ-2-Diabetes dar und ist bereits im Vorstadium des Diabetes, dem sogenannten Prädiabetes, typisch.

Insulinproduktion auf Hochtouren

Zunächst versucht die Bauchspeicheldrüse eine Insulinresistenz zu kompensieren, indem sie die Insulinproduktion erhöht. Ist die Bauchspeicheldrüse durch diese ständige Produktion überfordert, stellt sie im Verlauf nur noch wenig oder kein Insulin mehr her. Es kommt zu einem absoluten Insulinmangel, der auch für einen Typ-1 Diabetes typisch ist.

Typ-2- Symptome – die Körperwahrnehmung sensibilisieren

EinTyp-2-Diabetes entwickelt sich meist langsam und über Jahre hinweg. Häufig wird er zufällig während einer Routineuntersuchung entdeckt. Da es für eine erfolgreiche Therapie besonders wichtig ist, ihn möglichst früh zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern, lohnt sich der Blick auf folgende, mögliche Anzeichen:

  • ständiges Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • häufige Müdigkeit und Erschöpfung
  • höhere Infektionsanfälligkeit
  • schlecht heilende Wunden
  • Kribbeln bis hin zu Gefühllosigkeit in den Beinen

    Falls Ihre Lebensweise, ein reiferes Alter oder enge Verwandte mit Diabetes Sie für Ihre eigene Gesundheit sensibilisiert haben: Zögern Sie nicht einen Arzt aufzusuchen. Bei Verdacht auf Diabetes wird er Ihnen anhand eines Blutzucker-Tests eine sichere Diagnose stellen können.

    Lebensstil ändern – eine gute Einstellung

    Wird Typ-2-Diabetes früh erkannt, reicht oft schon eine Umstellung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten aus, um die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen zu verbessern. Der Typ-2-Diabetes kann unter Umständen sogar rückgängig gemacht werden.

    Um den Prozess zu unterstützen, kommen bei Bedarf blutzuckersenkende Medikamente (orale Antidiabetika, GLP1 Analoga) zum Einsatz. Werden die individuellen, zusammen mit dem Arzt festgelegten Therapieziele nicht erreicht, besteht im Verlauf auch die Möglichkeit mit einer Insulintherapie zu beginnen.

    Es gibt Hinweise, dass es beim Typ-2-Diabetes verschiedene Unterformen gibt. Schwedische Forscher identifizierten 5 Typen, die nicht gleichermaßen von Spätkomplikationen bedroht sind. Es muss nun untersucht werden, in wie weit diese Einteilung die Behandlung und den Verlauf der Erkrankung beeinflusst.

    Doch ganz gleich, wie weit ein Typ-2-Diabetes bereits fortgeschritten ist, kann die Lebensqualität durch gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung immer ein Stück verbessert werden. Schon mit einem täglichen Spaziergang machen Sie den ersten Schritt in Richtung eines ausgewogeneren Lebensstils und tun sich ohne Zweifel etwas Gutes.

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