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Diabetes und die Krankenkasse: Teststreifen, Insulinpumpe & Co

Ob Insulinpumpen, die Verordnung von Teststreifen oder Medikamente: Kostenübernahme bei Diabetes-Zubehör ist ein Thema, das jeden Menschen mit Diabetes betrifft. Ob Sie privat oder gesetzlich versichert sind, sollte dabei erstmal keine Rolle spielen. Die getragenen Leistungen richten sich dabei nach Leitlinien, wie den Empfehlungen der kassenärztlichen Vereinigung (KV) oder dem Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen.

Orale Antidiabetika: Teststreifen nur in Ausnahmefällen

Für Menschen mit Diabetes gehört die Blutzucker- bzw. Glukosemessung zum täglichen Ablauf – daher spielt die Verordnung von ausreichend Teststreifen eine große Rolle. Für eine Therapie mit oralen Antidiabetika (OAD) werden in den meisten Fällen keine Teststreifen mehr verordnet. Dahinter steht die Annahme, dass bei einer OAD-Therapie weniger Anpassungsbedarf des Blutzuckerspiegels besteht, als bei einer Insulintherapie. Es gibt hier Ausnahmen, in denen einmalig bis zu 50 Teststreifen verschrieben werden dürfen, beispielsweise:

  • Anzeichen einer akuten Erkrankung wie Fieber- oder Kältesymptome
  • Hinweise auf vermehrt auftretende Unter- oder Überzuckerungen
  • Ein Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) deutlich außerhalb des Behandlungs-Ziels
  • Ein Tablettenwechsel zu einem neuen Diabetes-Medikament
  • Eine anstehende Flugreise in eine andere Zeitzone oder ein anderes Ereignis, dass den Stoffwechsel destabilisieren kann
  • Die erstmalige ärztliche Diagnose Typ-2-Diabetes

Erstattung von Teststreifen bei einer Insulintherapie

Bei Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie durchführen, ist die Ausgangslage eine andere: Um eine bestmögliche Einstellung des Blutzuckers zu gewährleisten, wird das benötigte Insulin stetig berechnet – anhand von Blutzuckermessungen. Die hierfür unerlässlichen Teststreifen werden dabei grundsätzlich von der Krankenkasse getragen.

Wie viele Teststreifen Ihnen genau pro Quartal zustehen, wird dabei von Ihrem Arzt festgelegt. Der entscheidet anhand von Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit, welche Anzahl von Teststreifen benötigt wird. Sollten Sie das Gefühl haben, dass die verordnete Teststreifenanzahl nicht genügt, ist auch hier der Dialog mit dem Hausarzt oder Diabetologen ratsam. Denn das Ziel ist es, gemeinsam die bestmögliche Diabetestherapie zu gewährleisten.

Dialog mit der Krankenkasse

Insbesondere bei Therapie-Formen wie der Insulinpumpentherapie (CSII) und Zubehör wie CGM-Systemen ist die Erstattung mit einigem Aufwand verbunden. In der Regel muss sehr detailliert belegt werden, dass das entsprechende Hilfsmittel medizinisch notwendig ist, um etwa die Blutzuckereinstellung zu verbessern oder häufige Unterzuckerungen (Hypoglykämien) zu vermeiden.

Hier ist es hilfreich, wenn Sie selbst möglichst genau über Ihre Situation Bescheid wissen:

  • Ist Ihr Arzt der Meinung, dass diese Therapieform für Sie notwendig ist und unterstützt er Sie bei der Beantragung?
  • Wie ist es um meine Blutzuckereinstellung bestellt?
  • Welche Voraussetzungen müssen bspw. für eine Insulinpumpe gegeben sein? Welche Nachweise muss ich erbringen?
  • Was sind die rechtlichen Voraussetzungen – wie viele Teststreifen werden bspw. von der KV empfohlen?

Viele Informationen und Antworten finden Sie dabei frei zugänglich im Internet und im Austausch mit anderen Menschen mit Diabetes. Auf #meinbuntesleben finden Sie nützliche Tipps und Infos zu den Themen rund um den Diabetes-Alltag. Zudem bieten Foren oder Facebook-Gruppen auch den ganz gezielten Austausch zu bestimmten Themen wie CGM-Systemen oder Insulinpumpen.

Krankenkasse wechseln: Das müssen Sie beachten

Wenn es mal nicht mehr passt zwischen Ihnen und Ihrer Krankenkasse, können Sie über einen Wechsel nachdenken. Das Wechseln der Krankenkasse ist heute leichter denn je: Sie können jederzeit, ohne Angabe von Gründen, kündigen. Dabei gilt lediglich eine Kündigungsfrist von zwei Monaten. Eine besondere Regelung gibt es außerdem für den Zusatzbeitrag: Wenn Ihre Krankenkasse diesen ankündigt, können Sie auf Grund dieser Beitragserhöhung bis zum Stichtag des Zusatzbeitrags außerordentlich kündigen.

Für Menschen mit Diabetes ist neben dem finanziellen Aspekt auch der Umfang der angebotenen Leistungen interessant: Eine bestimmte Krankenkasse kostet zwar vielleicht etwas mehr, bietet dafür aber bessere Leistungen für Ihre Diabetestherapie. Es ist daher sinnvoll, sich über die Leistungskataloge der verschiedenen Krankenkassen zu informieren.

Übrigens: Wenn Sie die Krankenkasse wechseln, während Sie eine genehmigte Behandlung durchführen, führt Ihre neue Krankenkasse diese auch fort. Dazu sollten Sie Ihre neue Krankenkasse vorab informieren, damit ein reibungsloser Übergang gewährleistet ist.

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