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Durch einen Screening-Test, der zur gesetzlichen Krankenkassenleistung gehört, kann ein Gestationsdiabetes festgestellt werden.

Schwangerschaftsdiabetes – vorsorgen, erkennen und behandeln

Für viele Frauen ist eine Schwangerschaft die schönste Zeit des Lebens. Einen kleinen Menschen in sich heranwachsen zu spüren, ist ein wundervolles Erlebnis. Gleichzeitig ist die Schwangerschaft von vielen Wünschen begleitet – der größte Wunsch ist wohl, ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen.

Heutzutage steht die Diagnose „Schwangerschaftsdiabetes“ diesen Wünschen nicht im Weg: frühzeitig erkannt und mit einer gezielten Behandlung kann die Schwangerschaft praktisch normal verlaufen.

Wie entsteht ein Schwangerschaftsdiabetes?

Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte schüttet der Körper Schwangerschaftshormone aus und bringt so den Hormonhaushalt durcheinander. Zum einen wird die blutzuckerregulierende Wirkung des Insulins gehemmt, zum anderen steigt der Bedarf an Insulin an. Im Regelfall ist das kein Grund zur Besorgnis, da das verbliebene Insulin ausreichend ist, um den Transport des Zuckers (Glukose) aus dem Blut in die Zellen zu ermöglichen. Reicht die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse hingegen nicht aus oder reagieren die Zellen unempfindlich gegenüber diesem Hormon (Insulinresistenz), handelt es sich um einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Die Glukose bleibt im Blut und kann nicht in die Zellen geschleust werden, was zu erhöhten Blutzuckerwerten führt.

Risiken für Schwangerschaftsdiabetes erkennen

Insgesamt sind 2 - 5 % der Schwangeren von einem Gestationsdiabetes betroffen. Ein höheres Risiko für die Entwicklung eines Schwangerschaftsdiabetes haben übergewichtige und ältere Schwangere sowie jene, die schon bei früheren Geburten einen Gestationsdiabetes hatten, Fehlgeburten erlitten oder ein Kind mit überdurchschnittlichem Gewicht zur Welt brachten. Bestehet Bluthochdruck bei der Schwangeren oder ein Typ-2-Diabetes bei engen Familienmitgliedern steigt das Risiko ebenfalls.

Wenn diese Risikofaktoren bestehen, kann eine erhöhte Menge an Fruchtwasser (Hydramnion) während der Schwangerschaft ein weiteres Indiz für einen Gestationsdiabetes sein. Bei Beginn der Schwangerschaft – oder besser noch: bei bestehendem Kinderwunsch – ist es sinnvoll, das Diabetes-Risiko abzuschätzen. Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin darüber.

Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, einem Diabetes vorzubeugen – vor, während und nach der Schwangerschaft.

Warum ist die Vorsorge so wichtig?

Bleibt ein Schwangerschaftsdiabetes unbehandelt, treten schwerwiegende Folgen bei Mutter und Kind auf, die vermieden werden können, wenn sie frühzeitiger erkannt werden.

Für die Mutter:

  • Bluthochdruck
  • Harnwegsinfektionen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Entwicklung eines dauerhaften Typ-2-Diabetes
  • Erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt und/oder eines Kaiserschnitts

    Für das Kind:

    • Verstärkter, unnatürlicher Wachstumsschub des Kindes im Mutterleib (Makrosomie)
    • Ungeborenes Kind neigt zu Fehlbildungen
    • Direkt nach der Geburt: Gefahr einer Hypoglykämie, Gelbsucht, Atemnotsyndrom
    • Mit dem Erwachsenwerden: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes

      Auf zur Vorsorge: Kostenloses Screening auf Schwangerschaftsdiabetes

      Zu Beginn einer Schwangerschaft kann die Wahrscheinlichkeit eines Gestationsdiabetes durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Später ist es empfehlenswert die Möglichkeit eines Oralen Glukosetoleranztests wahrzunehmen: Dieser Screening-Test gehört zur gesetzlichen Krankenkassenleistung und wird zwischen der  24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Wenn bereits Risikofaktoren für einen Gestationsdiabetes vorliegen, sollte dieser Test vor der 24. Schwangerschaftswoche stattfinden.

      Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

      Besteht ein Schwangerschaftsdiabetes, genügt bei vielen Frauen eine Umstellung der Ernährung und ausreichend Bewegung, um eine günstige Blutzuckereinstellung zu erreichen. Behilflich sind dabei Gynäkologen, Praxen mit besonderem Schwerpunkt auf Gestations- diabetes, Diabetologen oder der Besuch gezielter Schulungen.

      Reicht die Änderung der Lebensgewohnheiten nicht aus, um die Blutzuckerwerte zu senken, ist eine Insulintherapie erforderlich. Diese ist bei rund 40 % der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes notwendig. Nach der Geburt wird das Insulin in aller Regel wieder abgesetzt.

      Wichtig zu wissen: Wenn eine Insulintherapie durchgeführt wird, wird an dem bestimmten Geburtstermin die Geburt eingeleitet. Ebenso ist in diesem Fall eine Klinik mit angeschlossener Kinderklinik Pflicht. Wird der Schwangerschaftsdiabetes ohne Insulin therapiert, kann die Geburtsplanung nach Ihrem Ermessen erfolgen und der Termin um einen gewissen Zeitraum überschritten werden.

      Auch nach der Geburt können Sie für sich und Ihr Kind noch Gutes tun: Stillen Sie in jedem Fall, wenn Sie stillen können. Meist normalisieren sich die Blutzuckerwerte nach der Geburt wieder, der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet. Sichergehen können Sie mit einem Zuckerbelastungstest sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt bzw. nach der Stillzeit – auch Stillen wirkt sich auf den Insulinbedarf aus. Sich gesund zu ernähren und genügend zu bewegen ist auch ratsam, wenn der Gestationsdiabetes verschwunden ist: Die Hälfte aller Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bekommen in den folgenden 10 Jahren die Diagnose Diabetes-Typ-2 –aber das können Sie bei entsprechendem Lebensstil vermeiden.

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