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Schloss an einer Tür: Insulin wirkt wie ein Türöffner für die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen.

Schlüsselmomente für Körperzellen: Was ist Insulin und wie wirkt es?

Wenn es um Diabetes geht, dann fallen immer viele Fachbegriffe und Fremdwörter: Glukose, Pankreas und mit am häufigsten natürlich: Insulin. Aber was ist das überhaupt? Und wie beeinflusst es den Blutzuckerspiegel im Körper?

Damit Glukose in die Körperzellen kommt, ist ein Türöffner nötig. Den Job macht das Insulin. An alle, die bei der Bezeichnung schon immer an „Insel“ dachten: stimmt. Insulin ist ein Hormon, das in den inselförmig angeordneten Zellverbänden der Bauchspeicheldrüse gebildet wird: den sogenannten Langerhansschen Inseln – daher die Namensgebung. Und wer es genauer wissen will: Es sind die dort befindlichen Beta-Zellen, welche die Insulinproduktion übernehmen.

Was macht das Insulin wo?

Insulin ist sehr wichtig für den Stoffwechsel, denn es ist das einzige Hormon, das blutzuckersenkend wirkt. Sein Job: Es sorgt dafür, dass Glukose (Traubenzucker) aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Insulin ist sozusagen dafür zuständig, dass die Zellen ihren Treibstoff bekommen. Dafür ist in der Bauchspeicheldrüse immer ein Insulinvorrat vorhanden, der normalerweise für drei Tage reicht und bei Bedarf schnell zur Verfügung stehen kann.

Die Insulinausschüttung beginnt, wenn die Nahrung bei der Verdauung in ihre Einzelbestandteile Fett, Eiweiß und einzelne Kohlenhydrate zerlegt wird – letztere werden unter anderem in Traubenzucker aufgespalten. Diese Glukose wandert durch die Darmwand ins Blut und erhöht den Blutzuckerwert. Das Insulin wirkt nun praktisch wie ein Schlüssel: Es öffnet die Körperzellen, um die Glukose dort hineinzuschleusen.

Bevorzugt öffnet Insulin die Zellen der Muskeln, der Leber, der Nieren und des Fettgewebes. Das Gehirn ist dagegen autark, Hirnzellen nehmen Glukose unabhängig von Insulin auf. Traubenzucker, den die Körperzellen nicht sofort (ver-)brauchen, speichern sie als Glykogen in der Leber und der Muskulatur. In der Leber wird die überschüssige Glukose dann zu Fett umgebaut – und kann auf diese Weise zu Übergewicht führen.

Damit das Glykogen bei Bedarf wieder ins Blut gelangt, braucht es einen anderen Schlüssel, den Gegenspieler des Insulins: Er heißt Glukagon und entsteht in den Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Glukagon wird freigesetzt, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark absinkt.

Was, wenn das Insulin nicht wirkt oder keines mehr da ist?

Egal, ob die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert (Typ-1-Diabetes) oder ob Körperfett und andere Faktoren die Zellrezeptoren Stück für Stück unempfindlich für Insulin machen (Typ-2-Diabetes): Die Konsequenz sind steigende Blutzuckerwerte.

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) kann zu Verdickungen der Gefäßwände (Arteriosklerose) führen, die unter anderem Nerven, Netzhaut, Haut, Herz und Nieren schädigen können. Dies begünstigt chronische Folgekomplikationen, die in der Regel bei dauerhaft erhöhten Werten auftreten.

Doch auch eine kurze Hyperglykämie kann gefährliche Folgen haben: Wenn keine Glukose mehr zur Energiegewinnung zur Verfügung steht, weil Insulin fehlt, greift der Körper auf Fettreserven zurück. Beim Fettabbau entstehen sogenannte Ketonkörper, die eine lebensbedrohliche Ketoazidose hervorrufen können, wenn nicht rechtzeitig Insulin gespritzt wird.

Die Lösung: Insulin von außen

Bei Typ-2-Diabetes betreffen die Therapiemöglichkeiten zunächst meist den persönlichen Lebensstil. Gesunde Ernährung und genügend Bewegung können vollkommen ausreichen, um Blutzuckerwerte und Diabetes in Schach zu halten, Medikamente ergänzen die Therapie gegebenenfalls. Nach einer gewissen Zeit tritt aber oft das ein, was bei Typ-1-Diabetes sofort nach der Diagnose der Fall ist: Insulin muss von außen zugeführt werden – eine Insulintherapie wird begonnen.

Insulin spritzen – das klingt zugegebenermaßen zwar immer noch nicht verlockend, hat aber heutzutage viel von seinem Schrecken verloren. Das beginnt damit, dass die Spritzen früherer Tage durch Insulin-Pens abgelöst wurden. Die Nadeln werden immer feiner, was einfaches und schmerzarmes Insulinspritzen ermöglicht.

Die Risiken für Unterzuckerungen sind bei einer Insulintherapie natürlich vorhanden, lassen sich aber durchaus minimieren. Auch hier gibt es mittlerweile tolle technische Hilfsmittel: Apps mit Bolusrechnern können zum Beispiel bei der Insulingabe zu Mahlzeiten unterstützen. Eine Insulintherapie ist auch definitiv keine Einbahnstraße zu mehr Körpergewicht. Eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung kann da helfen.

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Quellen

Insulin: Das Diabetes-Hormon, diabetes-ratgeber.net, 22.06.21, siehe http://www.diabetes-ratgeber.net/Insulin [Zuletzt abgerufen am 03.08.21].

DocCheck Flexikon > Insulin, flexikon.doccheck.com, 19.04.21, siehe http://flexikon.doccheck.com/de/Insulin [Zuletzt abgerufen am 03.08.21].

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